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Die Obszönität des Verstehens

Konstellationen und Verfahren literarischen Wissens in deutschsprachigen Texten zum Jugoslawien-Krieg
Art-Nr.: 9783961384723
Autor: Tobias Lebens
S., Einband: 405 S., Broschur
Jahr: 2026, Diss.
Preis: EUR 80.00
Versand: EUR 0.00
Lagerbestand: an Lager

Beschreibung:

Die beiden Weltkriege und die Shoah waren Ereignisse, die Literatur in Deutschland nachhaltig verändert haben. Literatur wurde verstärkt unter ethischen Gesichtspunkten diskutiert. Im Umkehrschluss wurde im Nachgang dieser Ereignisse deutlich, dass poetische Sprache und Literatur oder an Literatur angrenzende Formen wie der Essay besonders geeignet sein können, historische Leidenserfahrungen zur Sprache zu bringen. Die formale und rhythmische Freiheit von Literatur oder ihre Möglichkeit, Schwierigkeiten in der Mitteilung von Leid selbst spürbar werden zu lassen, machten sie für manche zur geeignetsten Form der eigenen Zeugenschaft. Literarische Zeugnisse der Shoah waren nicht ausschließlich prosaisch, sondern oftmals in einer poetisch dichten Sprache verfasst, die auf eine umständliche, das Verstehen erschwerende Lektüre zielte – von Paul Celan und Rose Ausländer bis zu H.G. Adler und Georges-Arthur Goldschmidt. So gewann eine Sicht auf Literatur als Mittel zur Gewinnung von spezifischer Erkenntnis an Bedeutung, und sei es die Erkenntnis, dass das „Projekt des Verstehens“ (C. Lanzmann) selbst ein Problem darstellen kann.
Die vorliegende Studie untersucht die Wissens- und Erkenntnisdimensionen von Literatur über Krieg unter verschobenen Vorzeichen. Sie reflektiert sie an deutschsprachiger Literatur zum Jugoslawien-Krieg – dem ersten Krieg in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. In Texten zu diesem Thema nehmen Fragen danach, wie Wissen über Krieg entsteht, eine zentrale Stellung ein. Es dominiert ein Fokus nicht primär auf Kriegsereignissen selbst, sondern darauf, wie Krieg z.B. in Kontexten des Journalismus oder des Rechts zur Sprache kommt. Literarische Texte wollen Krieg nicht bloß darstellen oder davon erzählen, sondern sie wollen am Kriegsdiskurs partizipieren und Wissen über Krieg generieren, wenngleich dieses literarische Wissen oftmals paradox anmutet, „umwegig“ oder „dissonant“, „Nicht-Wissen“ oder „Entthematisierung“ genannt wird, um seinen künstlerischen Eigensinn zu bewahren.

 

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